Aus unserer Chronik

Unsere Chronik

Die feierliche Gründung des Männergesangvereins „Liederkranz 1863 Eibelstadt“ erfolgte am 15. August 1863, dem Fest Maria Himmelfahrt, im Gasthof zum Roß. Anwesend waren 72 Bürger, davon 24 aktive Sänger. 48 Bürger bekundeten ihr Interesse am Verein durch finanzielle Unterstützung. Zum 1. Vorstand wurde der Sangesbruder Lorenz Finger gewählt, das Amt des Chorleiters übernahm Lehrer Ungemach.

Am 18. Juli 1912 erfolgte für den Liederkranz die Aufnahme in den Fränkischen Sängerbund aufgenommen.

Anläßlich des 50jährigen Vereinsjubiläums vom 21.bis 23. Juni 1913 mit Weihe der neuen Fahne durch Stadtpfarrer Manger richtete der Liederkranz das IV. Gausängerfest des Mittelmaingaues aus. 900 aktive Sänger fanden sich zum Festzug im Städtchen ein. Das 9. Infanterieregiment aus Würzburg stellte seine Regimentskapelle für den musikalischen Rahmen. Ein Chor von 300 Sängern begeisterte die Zuschauer. Die Hauptlast der Organisation trugen 1. Vorstand Philipp Schmachtenberger und Lehrer Richard Kaiser als Chorleiter.

Der 1. Weltkrieg und seine Folgen ließ das Leben im Verein erst langsam wieder aufleben. Fünf Sangesbrüder kehrten aus dem Felde nicht mehr zurück.

Die Ehrenurkunde des Deutschen Sängerbundes erhielt der Verein am 3. Juli 1938 anläßlich seines 75jährigen Bestehens.

Am 2. Weltkrieg nahmen 74 Mitglieder teil, ein geregeltes Singen und Vereinsleben fand nicht mehr statt. 9 Sangesbrüder ließen ihr Leben, meist auf den Schlachtfeldern in den Weiten Rußlands. Doch schon ab dem Jahre 1949 ging es wieder aufwärts, Sängertreffen in der Region sowie die Veranstaltung von Herbst- und Weinfesten stießen auf lebhaftes Interesse.

Der 4. und 5. Juli 1953 stand im Zeichen des 90jährigen Stiftungsfestes. Über 20 Vereine aus dem ganzen Sängergau mit ihren Fahnenabordnungen marschierten in einem langen Festzug, unter den Klängen der Eibelstadter Stadtkapelle und der Zellinger Blasmusik, durch unsere prächtig geschmückte Stadt zum großen Festzelt auf dem Heumarkt. Die 2000 Plätze im Zelt waren im Handumdrehen besetzt. In seiner Festansprache legte der Schirmherr Landrat Remling den Sängern drei Dinge ans Herz: „Den Wein, entstanden aus schwerer Arbeit an der Rebe, die Frau, das zum Leben tragende Geschöpf und das Lied, das Kulturträger ist.“

Das 100jährige Stiftungsfest am 6. 7.und 8. Juli 1963 überbot alle bisher dagewesenen Veranstaltungen in Eibelstadt. Mit einem musikalischen Festabend unter Mitwirkung von Solisten des Staatskonservatoriums, des Orchesters der Pädagogischen Hochschule und des Düsseldorfer Kirchenchores „Herz Jesu“ eröffnete der Liederkranz sein eindrucksvolles Festprogramm am Samstagabend. Zum großen Festumzug am strahlenden Sonntagnachmittag zogen fast 50 Gesangvereine und Musikkapellen durch die festlich geschmückte Stadt. Das ganze Sportgelände am Main war ein riesiger Festplatz, tausende von Besuchern bevölkerten unser Städtchen. Mit einem Kinderfestzug am Montag und einem Schauprogramm Eibelstadter Vereine am Abend endeten die Feierlichkeiten. Der 1. Vorstand Urban Schüßler und sein Chorleiter Wolfgang Menzel konnten auf drei glanzvolle Tage zurückblicken.

Am 31. Mai 1964 erhielt der Liederkranz 1863 vom Bundespräsidenten Heinrich Lübke als höchste Auszeichnung für einen Gesangverein, die ZELTER-PLAKETTE verliehen. Der Bundespräsident dankte dem Männergesangverein für sein 100jähriges Wirken, seine Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes.

Von Ende der 60er bis Mitte der 90er Jahre prägte Rudolf Haas als 1. Vorsitzender ganz entscheidend den Verein. Auf über 200 Mitglieder, davon mehr als 40 aktive Sänger wuchs der Verein an. Das sogenannte „Wirtschaftswunder“ trug entscheidend zur Freude am Feiern, Singen und Fröhlichsein bei. Tagesausflüge in den ganzen bayerischen Raum, Mehrtagesfahrten in den Süden Europas, einfache Wanderungen in der fränkischen Heimat, Liederabende, Chorkonzerte und natürlich die im Chor beliebten Ständele aus Anlaß eines freudigen Ereignisses bei einem Sangesbruder, füllten die Jahreskalender.

Die Chorleiter August Leistenschneider, Erhard Lutz und Jürgen Klein danach Andrea Braun/Kälber die erste Frau, die in unserem Männerchor den Ton angab und bei dem einen oder anderen Sänger für Verstimmung sorgte und dann unser lieber Heiner Dürr aus Winterhausen sorgten alle für das stets hohe Leistungsniveau des Chores.